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Naturschauspiel Wetter
Die Sonne geht im Westteil der Insel etwas später auf. Wie in einem überdimensionalen Schattentheater bescheint ihr gleißendes Licht frühmorgens den Bergrücken und läßt ihn wie einen riesigen Scherenschnitt erscheinen. Langsam arbeitet sie sich über den Berg. Schlagartig ist das Lichtspiel dann vorbei; der Feuerball ergießt sein goldenes Licht ins weite Tal. Sofort leuchten die vielen Steine in allen erdenklichen Grautönen und die Lavafelder glänzen in metallischem Schwarz. An anderen Tagen quellen, wie beim Märchen mit dem überkochenden Milchtopf, die schneeweißen Passatwolken über den Bergkamm. Auch auf La Palma scheint nicht immer die Sonne. Aber fast immer. Wenigstens irgendwo.
So vielfältig wie die Landschaft, ist auch das Wetter auf der Insel mitten im Atlantik. Richtig kalt und eklig wird es nie. Frost ist ein Fremdwort hier. Der Besucher kann auch in den Wintermonaten von mildem, größtenteils sonnigem Wetter ausgehen. Lediglich auf Variationen von Wind muß er sich einstellen. Die reichen vom meist üblichen Passatwind verschiedener Stärke bis zu heißen Saharawinden. Das Wasser, das die herzförmige Insel umspült, mißt durchschnittlich 20 Grad Celsius.
Schwimmen, schauen und entspannen
La Palma ist keine ausgesprochene Badeinsel wie ihre Schwestern Lanzarote, Teneriffa oder Gran Canaria. Ihr vulkanischer Ursprung hat größtenteils imposante Steilküsten geschaffen. Trotzdem gibt es genügend Buchten, in denen man schwimmen kann. Stellenweise entstanden aus Felsvorsprüngen natürliche Meeresschwimmbecken wie der Charco Azul im Norden. Taucher finden ein gutes Revier an der Südspitze. Ein deutsches Paar betreibt schon seit Jahren eine Tauchstation mit Büro in Puerto Naos. Wen es nicht so sehr in die Tiefe lockt, der kann eine Bootsfahrt hinaus aufs Meer unternehmen, um Wasserwelt und Delphine zu beobachten. Im Ferienort Puerto Naos an der Westküste steht die einzige große Bettenburg der Insel. Ein Fehler aus den Anfangszeiten des Tourismus. Im Ort hat sich in den letzten Jahren eine Ministrandpromenade entwickelt mit den obligatorischen Cafés, Eisbuden und Souvenirläden. Weit beschaulicher gibt sich da der kleine Fischerhafen Puerto Tazacorte. Auch hier legte man sich jüngst eine Strandpromenade zu und hat die alten Fischerhütten zu Gunsten kleiner Lokale abgerissen. Massen tummeln sich hier trotzdem nicht.
Beschaulich kann der Gast oder Palmero beim Singsang der brechenden Wellen den Sonnenuntergang beobachten. Dazu genießt man an ganzjährig lauen Abenden Fisch mit den für die Kanaren typisch schrumpeligen, in Salzwasser gekochten Kartoffeln. Eingetunkt in zweierlei pikante Saucen, die Mojos, ein rustikales Mahl. Weitere Gaumenfreuden, übernommen von Festlandsspanien, sind die beliebten Tapas in den Bars der Städte und Dörfer. Üblicherweise mietet der La Palma-Tourist eines der zahlreichen Land- und Ferienhäuser. Die meisten haben Atlantikblick. Wenn nicht, kann man die Weite des Meeres, an dessen Horizont irgendwo Amerika liegt, von vielen Stellen der Insel aus genießen. Besonders schön ist der Blick in die Ferne auf der Straße zur Südspitze, vom Mirador El Time hoch oben auf den Klippen, wenn man die Nordroute fährt, oder vom Kirchplatz des kleinen Örtchens Tazacorte aus.
Aus: La Palma Info Nr. 18, Jahresausgabe 2001 - 2002
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